fremd
heim.at

Badeschluß
Ohne Netz
Alles Gute
Mahlzeit
Indien
Muttertag
Fröstl
Rikiki
Freizeitmesse
Planlos
Sein und Schwein
Gott / Tod
Kultur gegen alle
Atompilz von links
Am Tag davor


fremd

Ist es noch Kabarett oder schon Theater? Die Frage erübrigt sich. Es ist Alfred Dorfer. Der wie immer gekonnt zwischen Satire, Theater und schräger Philosophie balanciert. Man kennt den unverwechselbaren Sprach- und Spielartisten aus Wien mittlerweile im gesamten Sprachraum.
Der Titel deutet es schon an. Reicht die Biografie, die man lebt, aus? Oder entsteht sie erst, wenn man die gelebte mit geträumten Biografien teilt? Dorfer nimmt individuelle Lebenssituationen oder politische Finali und erzählt sie bis zum Ursprung hin, klärt die Entstehung.
Er fragt sich und uns, welche eigenen Bilder man vor einer visuellen Welt noch verteidigen kann und untersucht mit schwarzem Humor, was geschieht, wenn den Menschen die eigenen Bilder abhanden kommen und durch unentrinnbar aufgedrängte ersetzt werden. Was macht unsere Freiheit zur Scheinfreiheit? Was die Demokratie zur Scheindemokratie?
„fremd“ ist nach den letzten Stücken „Alles Gute“ 1993, „Ohne Netz“ 1994, „Badeschluß“ 1996 und dem mit dem „Deutschen Kleinkunstpreis“ ausgezeichneten „heim.at“ 2000 ein weiterer Schritt in eine theatralische Spielart, die sich den Etiketten entzieht.
Mit den hervorragenden Musikern Peter Herrmann, Günther Paal und Lothar Scherpe.


heim.at (2000)

Vom Anfang der Zeit bis zum Ende aller Dinge. Vom ersten Kopfhörer bis zur letzten Kreuzfahrt. Ein Programm im Zeichen der Zeit: "heim.at" ist eine abgründige Wendeltreppe in die Katakomben des österreichischen Unterbewusstseins. Ein komplexes Mosaik über die Ursachen und Folgen der Gegenwart. Gefügt aus persönlichen Erinnerungen und politischen Erfahrungen. Voll hintergründiger Zusammenhänge und optischer Täuschungen. Ein schillernder Trümmerhaufen, aus dem ganz zart die Hoffnung leuchtet.

"Grundsätzlich ist es noch immer ein Stück über die eigene Zeit der Gedanken – und über die Freiheit der Gedanken. Der Schwerpunkt ist aber aufgrund der politischen Entwicklungen ein wenig vom Philosophischen ins Konkrete gerückt." (Alfred Dorfer)
Pressestimmen


Badeschluß (1996)

In seinem dritten – mit über 210.000 Zuschauern bislang erfolgreichsten – Soloprogramm (eine Kategorisierung, mit der man seiner kongenialen Combo mit schöner Regelmäßigkeit Unrecht tut) verkörpert Alfred Dorfer zwei Proponenten entgegengesetzter politischer Lager: im ersten Akt einen dynamischen Vertreter der neuen Rechten, im zweiten Akt einen frustrierten Vertreter der alten Linken. Frisch verlassen von ihren Frauen begeben sich beide auf einen waidwunden Psycho-Trip in den Süden – auf der Suche nach der verlorenen, seelischen Balance.
Mit satirischem Geschick arbeitet Dorfer die Parallelen und Kontraste der jeweiligen Freuden und Desillusionierungen heraus. Und das, ohne seine beiden Figuren zu grellen Karikaturen ihrer Ideologien zu machen. Im Gegenteil: Mit alltäglichen, unangenehm vertrauten Grautönen und stimmungsvollen Allegorien zeichnet er ihre Lebenswege nach – und ganz nebenbei ein genaues gesellschaftliches und politisches Sittenbild unserer Heimat.
Pressestimmen


Ohne Netz (1994)

Alfred Dorfers zweites Solo – live aus dem Hotelzimmer des gefeierten Entertainers Fredl Frühling. Ein Star, den sein Lebensweg unaufhaltsam in Irrgärten und in Sackgassen geführt hat – und den nun, von allen Alternativen und Ausweichrouten verlassen, auf einem Seelentrip in die eigene Herkunft das große Zweifeln ereilt: Die Liebe endet mit Impotenz, die Karriere mündet in der Einsamkeit und die Kreativität im Alkohol. Nicht einmal der Erfolg ist eine Lebensversicherung, denn was nützt einem die Berühmtheit letztlich am Klo? Der Erfolglose weiß wenigstens, wo er noch hin will – der Erfolgreiche hat nur noch Ängste, die ihn weitertreiben. Die Angst vorm Scheitern, die Angst vor der Einsamkeit und die Angst – vor der Angst. Fredl Frühling reift zum Nihilisten und stirbt – lange vor seinem Tod.
Ein kabarettistisches Melancholical – in bewährter Begleitung von Lothar Scherpe, Günter Paal, Peter Herrmann und Robert Peres (Technik).
Pressestimmen


Alles Gute (1993)

Alfred Dorfers erstes Solo – live von der Geburtstagsparty des Musiklehrers Robert Brenneis. 30 Jahre wird er alt und alle sollen sie kommen, seine Lehrer-Kollegen, Schulfreunde, Verflossenen und Verwandten, um die Kulisse für jenen Mittelpunkt abzugeben, den er für sich auserkoren hat: als Sänger einer eigens engagierten Band (Lothar Scherpe, Günther Paal, Peter Herrmann). Doch sein großer Abend wird zu einem persönlichen Desaster, zu dem kein einziger der geladenen Gäste erscheint. Jede Absage versetzt Robert Brenneis in seine Vergangenheit, holt sorgsam Verschüttetes an die Oberfläche und demaskiert seine gut gehüteten Lebenslügen. Von Erinnerung zu Erinnerung verdichtet sich die Erkenntnis, dass das Leben ihn gelebt hat, statt umgekehrt. Und ganz allmählich beschleicht den Midlifekrisengeschüttelten die ehrliche Angst vor dem Altern und vor dem Allein-Sein.
"Alles Gute" – ein tragikomisches Kabarett-Solo mit Musik.
Pressestimmen


Mahlzeit (1992)

Das vorläufig letzte gemeinsame "Schlabarett"-Programm – mit Alfred Dorfer, Roland Düringer und Monika Weinzettl. High Noon im Amt: Vor dem Hintergrund des von Chaos und Korruption gekennzeichneten magistratischen Müßiggangs bereiten sich die beiden personifizierten und pragmatisierten Gegensätze Engelbert Breitfuß und Mike Weber die Bürohölle auf Erden. Auf der Basis von "Mahlzeit" entstand 1998 die TV-Sitcom-Serie "MA 2412"
Kamera


Indien (1991)

Das von Alfred Dorfer und Josef Hader verfasste kabarettistische Kabinettstück über zwei scheinbar unvereinbare Charaktere, die sich im Zuge einer gemeinsamen Dienstreise durch Niederösterreichs Wirtshäuser hassen und lieben – und das Leben in all seinen Spielarten kennenlernen, zählt zweifellos zu den wichtigsten Hervorbringungen des heimischen Humors im 20. Jahrhundert: Alfred Dorfer verkörpert den pseudointellektuellen Yuppie Kurt Fellner, Josef Hader spielt den dumpfen, aber herzlichen Proleten Heinz Bösel.
Zahlreiche Neuinszenierungen des Stücks an renommierten Theatern im gesamten deutschsprachigen Raum belegen den Stellenwert von "Indien": ein Kabarett-Klassiker der Moderne.
Zwei Jahre nach seiner Uraufführung 1991 wird das mit dem "Österreichischen Kleinkunstpreis" ausgezeichnete Stück auch mit großem Erfolg von Paul Harather verfilmt.
Kamera


Muttertag (1991)

Eine kabarettistische Schock-Komödie mit Alfred Dorfer, Roland Düringer, Reinhard Nowak, Eva Billisich und Andrea Händler.
Leichen im Keller und Feuer am Dach: Im Zuge der feierlichen Vorbereitungen zum Muttertag taumeln die Mitglieder der Familie Neugebauer halt- und hemmungslos in kuriose Katastrophen und unvorstellbare zwischenmenschliche Abgründe. Eine mit viel Blödelei durchsetzte, bitterböse Abrechnung mit dem heilen Schein der durchschnittlichen Spießer-Idylle. Am Ende ist sogar das Meerschweinchen tödlich bedrückt.
1994 wird "Muttertag" unter der Regie von Harald Sicheritz verfilmt.
Kamera


Fröstl (1990)

Alfred Dorfer verkörpert in dieser existenzialistischen Kabarett-Burleske den vom Schicksal stets überrannten, pflichtbewussten Durchschnitts-Opportunisten Otto Fröstl, der im Angesicht des Todes seine Kindheit, Karriere und kaputte Ehe Revue passieren lässt. Eine realsatirische Abfolge ebenso aberwitziger wie beklemmender "Bilder eines erfolgreichen Lebens" (Untertitel) mit Roland Düringer und Eva Billisich.
"Souverän legen die Schlabarettler die Schwächen und die Scheinwelten der konsumistischen Weltverschwörung bloß." (AZ)


Rikiki (1989)

Eine aus 18 hochgradig grotesken Kurzszenen des französischen Autors Pierre Henri Cami zu einer absurd-clownesken Merkwürdigkeit zusammengestückelte "Nonsense-Revue" (Kurier). In dieser Festwochenproduktion verkörpert Alfred Dorfer die frustrierte Mutter Rikiki. Zum Ensemble gehören neben den Kabarettisten I Stangl und "Chin & Chilla" auch Dorfers "Schlabarett"-Kollegen Roland Düringer und Reinhard Nowak.


Freizeitmesse (1989)

Alfred Dorfers erste künstlerische Kooperation mit Josef Hader, in der sie sich kritisch mit der Institution Kirche, deren Randerscheinungen und Repräsentanten auseinandersetzen. Eine folgerichtig nur alle heiligen Zeiten aufgeführte böse Satire mit durchaus blasphemischen Untertönen.


Planlos (1988)

Nach Motiven von Ingeborg Bachmanns "Der gute Gott von Manhattan" und unter der Regie von Giora Seeliger schaffen die Schlabarettisten Alfred Dorfer, Reinhard Nowak und Eva Billisich ein von hintergründigem Wortwitz und originellem Slapstick geprägtes Theaterstück über die Hoffnungen und Wünsche zweier Reisender – und ihren kurzen Traum vom Hauch der Glückseligkeit: eine berührend clowneske Liebesgeschichte – und gleichzeitig eine groteske Beziehungssatire.


Sein und Schwein (1988)

Ein selbstironisches "Männerkabarett" von und mit Alfred Dorfer und Roland Düringer, in dem sich die beiden Schlabarettisten ganz den diversen Ausformungen und Abarten maskuliner Verhaltensweisen widmen – insbesondere zur ganzjährigen Brunftzeit: Machos, Müslis, Spießer, Softies, Yuppies, pubertierende Knaben und gestandene Exekutivbeamte – keiner kommt ungeschoren davon. "Derb mutet bisweilen die Oberfläche an, der Inhalt aber ist geistvolle Satire." (OÖ Nachrichten)


Gott / Tod (1987)

Alfred Dorfer, Roland Düringer, Reinhard Nowak, Eva Billisich u.a. adaptieren und spielen – unter der künstlerischen Leitung von Lehrmeister Herwig Seeböck – zwei schwarzhumorige, absurde Einakter von Woody Allen. Die Kritik attestiert ihnen dafür "Mut und Engagement", "herrliches Komödiantentum" und "großartigen Spielwitz". Das Publikum fordert Zugaben ...


Kultur gegen alle (1986)

Das dritte "Schlabarett"-Programm – mit Alfred Dorfer, Roland Düringer und Eva Billisich: 17 entlarvende, szenische Blicke hinter die Kulissen des österreichischen Kulturbetriebs, eingebettet in die nicht minder realsatirische Rahmenhandlung eines Hörfunk-Interviews, das die Schlabarettisten anlässlich der Verleihung des "Kleinkunstpreises" für "Atompilz von links" zu durchleiden hatten. 1987 erhalten sie für ihre comedy-artige Abrechnung mit dem Theatergeschäft und seinen Randerscheinungen den "Salzburger Stier".


Atompilz von links (1985)

Des Durchbruchs erster Teil: Als sich Roland Düringer – "ein lustiger Rotschopf" (Tagblatt) – nach Beendigung seines Präsenzdienstes der Gruppe "Schlabarett" angeschließt, gelingt dem Quartett mit der zeitlosen Bundesheer-Satire "Atompilz von links" ein Senkrechtstart: "Das Intelligenteste, was die heimische Kabarettnachwuchsszene je produziert hat." (Kurier) Ein Kabarettprogramm mit durchgehender Handlung (seinerzeit ein Novum) über drei Männer, für die der Wahnsinn der Wehrpflicht zum Wegweiser für ihr Leben wird. "Atompilz von links" wird 1985 mit dem "Österreichischen Kleinkunstförderpreis" ausgezeichnet.


Am Tag davor (1984)

Das Kabarett-Debut der Gruppe "Schlabarett" – von und mit den drei "erfrischenden, jungen und hochbegabten" (Volksblatt) Gründungsmitgliedern Peter Wustinger, Andrea Händler und Alfred Dorfer. Ein realsatirisches, originelles Nummernprogramm – mit pantomimischen und parodistischen Elementen – über den ganz normalen Wahnsinn des Alltags: im Altersheim, im Gemeindebau oder im alternativen Kommunikationszentrum.