Pressestimmen zu "Ohne Netz"

"Ohne Netz" ist ein spassiges Melancholical, in dem Dorfer den Schwerpunkt auf die Musik verlagert hat. Aus vormals formalem Füll- und Fetz-Material sind eigenständige Lieder geworden: ernst, nicht betroffenheits-heischend, berührend, nicht peinlich. Doch schon rennt wieder der Schmäh – im üppigen Garten des Wiener Blues, und Fredi Dorfer, der traurige Clown, zerpflückt weiter – unter dem tosenden Gelächter des Publikums – genüßlich die Blume des Lebens.
(Der Standard, 8.4.94)

Feixend, fast beiläufig plaudert Alfred Dorfer von kleinbürgerlicher Enge und den kleinen Miseren der Mittelmäßigen, vom Lebenselend und Ausbruchsträumen. Von der Wiege bis zur Bahre gönnt er seinem Fredl Frühling keinen Funken Hoffnung. Zurück bleibt eine schöne Leich. Ein amüsanter, ein todtrauriger Abend.
(SZ)

Alfred Dorfer erforscht und demontiert die Dümmlichkeit unter der brüchigen Decke des Heilen. Locker skizziert er die Geschichte des "Burli", einem Kerl aus dem korrekt organisierten Sozialabseits, der es zu was brachte – und doch ein ängstlicher Verlierer bleibt.
Dorfers Show (oder ist’s Musikkabarett?) ist geradezu ungehörig instabil. Blitzartig läßt er sich fallen in komische Mini-Szenen, in denen das Banal-Normale zum Horror gerät. (...) Jeder Satz eine unpolierte Pointe, und auch ein im Unwissen abfedernder Teppich, der zuweilen beliebig wirkt. Wäre da nicht die genial mit- und zuspielende Band – singende Chorknaben, listige Clowns, ausgezeichnete Jazz- und Bluesmusiker.
(Münchner AZ, 25.10.96)

"Ohne Netz" heißt das Programm. Stimmt aber nicht. Das Netz ist das Können. Erstklassiger Sound auf praktisch allen Instrumenten. Tadellose zweistimmige Beatles-Auflage (Paal unter seidiger Blondperücke) und – dies das eigentliche Kennzeichen – Dorfers ballettreife Körpersprache. Der schafft uns mit einem Fingerschnippen die Welt, verdreht sich aus der Klohaltung zum Diskuswerfer, baut Strände, Hinterhöfe aus dem puren Nichts.
(tz München)