Ravioli
Wanted
Hinterholz 8
Freispiel
Muttertag
Indien


Ravioli (2003)

Hoschek, der ehemalige Bankfilialleiterstellvertreter, kehrt zurück in die leerstehende Wohnung seiner Eltern und übt zwischen Donauland-Vorschlagsbänden, großgemusterten Vorhängen und einem ziemlich verstimmten Klavier die hohe Kunst des Scheiterns. Nach dem Verlust seines Jobs und dem Ende der Ehe lässt der von Alfred Dorfer verkörperte Antiheld sein Leben Revue passieren. Ständig schwankt Heinz Hoschek zwischen bitterer Ironie und Selbstmitleid, zwischen Imagination und Realität, zwischen einem hoffnungsvollen Damals und seinem Jetzt, das sich nur noch mit gesteigertem Konsum von Alkohol und Valium ertragen lässt. Kein Zweifel: der Mann ist ein Untergeher.
Aber sein Untergang wird mit skurrilem Humor und ironischer Leichtigkeit erzählt.
"Ravioli" verwendet Elemente aus Alfred Dorfers aktuellem Bühnenstück "heim.at"; und ist doch etwas ganze anderes als die Filmversion eines Kabarett-Programms. Regisseur Peter Payer gelingt mittels lakonischer Erzählweise, ungewöhnlicher Bildsprache und mutiger Montagetechnik jene Balance zwischen Tragik und Komik, die diesem gelungenem Psychogramm seine ganz besondere Note verleiht. Surreales mischt sich mit fast - Dokumentarischem, trockener Witz mit genauer Milieuschilderung.
In weiteren Rollen: Michou Friesz, Gertraud Jesserer, Nicholas Ofczarek, Günther Paal, Branko Samarovski u.a.
Ravioli-Thema (mp3/2mb)


Wanted (1999)

Ein surrealsatirischer Film von Alfred Dorfer und Harald Sicheritz (Regie) über einen Grenzgänger zwischen Wirklichkeit und Vorstellung.
Alfred Dorfer spielt den schicksalsgebeutelten Unfallchirurgen Thomas Reiter, der sich freiwillig in eine geschlossene Anstalt zurückzieht. Überfordert von der Komplexizität des Alltags flüchtet er in seine faszinierende Phantasie-Welt: in den Wilden Westen, wo Gut und Böse noch Hand und Fuß haben. Zumindest dort kann er seine Probleme bewältigen.
"Für mich ist 'Wanted' eine Komödie, aber ich kann auch über Dinge lachen, die andere gar nicht lustig finden. Sagen wir so: Wenn 'Indien' eine Komödie war, dann ist 'Wanted' auch eine." (Alfred Dorfer)
In weiteren Rollen: Michael Niavarani, Erwin Steinhauer, Roland Düringer, Karl Markovics, Simon Schwarz, Eva Billisich, Karl-Ferdinand Kratzl, Reinhard Nowak, Gerald Votava, John Phillip Law u.a.
"Wanted" war mit 183.000 Zuschauern der erfolgreichste österreichische Kinofilm des Jahres 1999.


Hinterholz 8 (1998)

In der Verfilmung (Regie: Harald Sicheritz) von Roland Düringers Solo-Kabarett-Debut "Hinterholzacht" über das Schicksal eines Häuslbauers verkörpert Alfred Dorfer einen skrupellosen Kreditberater.
Die Nase voll von Stadt-Lärm, Abgasen und Nachbarn beschließt Herbert Krcal (Roland Düringer) frohen Mutes, seine gesicherte Existenz in einer Wohnung am Neubaugürtel gegen eine vermeintlich idyllische Zukunft in einem etwas renovierungsbedürftigen Häuschen im Grünen einzutauschen. Doch der entzückende Neuerwerb entpuppt sich als baufällige Ruine, die hilfreichen Kollegen (Reinhard Nowak, Wolfgang Böck) als arbeitsscheues Gesindel, der freundliche Bankbeamte (Alfred Dorfer) als durchtriebener Fallensteller ...
In weiteren Rollen: Nina Proll, Lukas Resetarits, Eva Billisich, Andrea Händler, Herwig Seeböck, I Stangl u.v.a.


Freispiel (1995)

Für seine – nach "Muttertag" – zweite erfolgreiche Kino-Koproduktion mit Harald Sicheritz (Regie) kombiniert Alfred Dorfer Motive aus seinen beiden Solo-Programmen "Alles Gute" und "Ohne Netz" zu einer facettenreichen Tragikomödie über den midlifekrisengeschüttelten Musiklehrer Robert Brenneis (Alfred Dorfer), der solange nicht er selbst sein will, bis er anhand des ehemaligen Klassenkameraden Roland Pokorny (Lukas Resetarits), der es als gefeierter Popstar vermeintlich geschafft hat, auf die Sonnenseite des Lebens zu kommen, entdeckt, dass es Schlimmeres gibt.
In weiteren Rollen: Andrea Eckert, Reinhard Nowak, Silvia Fenz, Beatrice Frey, Günther Paal, Roland Düringer u.a.


Muttertag (1994)
"Die härtere Komödie"

Die Verfilmung des erfolgreichen "Schlabarett"-Programms erwies sich als kolossaler Kinokassenschlager. Regisseur Harald Sicheritz schuf aus der Katastrophen-Komödie über die allseits verlogene Kleinbürger-Idylle in einem Wiener Gemeindebau eine videoclip-artige "Rocky Horror Comedy Show" mit allen Stars der heimischen Kleinkunstszene. In jeweils gleich mehreren Hauptrollen brillieren Alfred Dorfer, Roland Düringer, Reinhard Nowak, Andrea Händler und Eva Billisich. Sie verkörpern (u.a.) die Mitglieder der Familie Neugebauer, die den Feiertag zu Ehren der Mutter unfreiwillig zum Anlass nehmen, sich gegenseitig rücksichtslos in fatale, bzw. letale zwischenmenschliche Abgründe zu stoßen. Am Ende ist sogar das Meerschweinchen tödlich bedrückt: "I sogs glei: I woars net !" (Opa Neugebauer)
48 Stunden im Leben einer ganz normalen Familie. 48 Stunden, nach denen nichts mehr so ist, wie es vorher erschien – und alles wieder so erscheint, wie es auch vorher nie war.


Indien (1993)

Regisseur Paul Harather schuf mit seiner im In- und Ausland preisgekrönten Verfilmung des von Alfred Dorfer und Josef Hader verfassten Kabarett-Stücks eine der erfolgreichsten österreichischen Kino-Komödien aller Zeiten: Ein tragikomisches Roadmovie über zwei scheinbar unvereinbare Charaktere, die sich im Zuge einer gemeinsamen Dienstreise durch Niederösterreichs Wirtshäuser hassen und lieben – und das Leben in all seinen Spielarten kennenlernen. Alfred Dorfer verkörpert den pseudointellektuellen Yuppie Kurt Fellner, Josef Hader spielt den dumpfen, aber herzlichen Proleten Heinz Bösel.
Fellner: "Ich hab' ja so die Theorie, dass das Essen sehr oft in Zusammenhang steht mit der betreffenden Landschaft. Also dort, wo die Landschaft eher karg is', gibt's sehr oft gegrillte Sachen. Bei uns is' die Landschaft a bissl üppiger, daher haben wir diese vielen Mehlspeisen."
Bösel: "Aha. Ums Siaße reiss' i mi net so."
Fellner: "In Indien zum Beispiel, die essen überhaupt nur Reis. Die sitzen auf der Straß'n, essen Reis, lachen dabei, manche verhungern. Das muss irgendwie eine ganz eigene Landschaft sein."
Bösel: "Jetzt machen S' an Schmäh. Was, ehrlich wahr? 's is' a Wahnsinn, hearn S'. Diese anderen Völker ..."
 
"Indien, das ist eine Metapher auf das pralle Leben." (Jury-Begründung, Saarländischer Filmpreis)